Sojaprotein

Wie gesund ist Soja?

Eine pflanzliche Ernährungsweise wird immer beliebter. Vor diesem Hintergrund landen vermehrt Soja und daraus hergestellte Produkte auf deutschen Tellern.

Durch den steigenden Sojaverzehr kommt es zu immer mehr kritischen Fragen: Ist Soja wirkich unbedenklich? Führt Soja zu Fruchtbarkeitsstörungen bei Mann oder Frau?

 

Allgemeines zur Sojabohne

Die Sojabohne zählt zu den ältesten Kultur- und Nutzpflanzen der Erde.

In Asien wird diese Bohne täglich konsumiert. Die westlichen Länder haben dagegen einen geringen Verzehr. Allerdings landen durch den stetig wachsenden Trend einer pflanzlichen Ernährung immer mehr Sojaprodukte auf dem Markt. Denn vor allem Veganer und Vegetarier greifen auf diese Nutzpflanze zurück.

Soja ist vielseitig einsetzbar: Ob gegart, als ganze Bohne oder in Sojaprodukten wie Sojamilch, -joghurt und Tofu.

Soja

Hoher Nährstoffgehalt

Die Sojabohne enthält viele gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe.

Sie beinhaltet reichlich Mineralstoffe, Vitamine vor allem die B-Vitamine sowie Vitamin E, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Sekundäre Pflanzenstoffe haben unter anderem positive Wirkungen auf Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und das Immunsystem. Außerdem ist die Sojabohne reich an einfach sowie mehrfach ungesättigten Fettsäuren und frei von Cholesterin. Sie besitzt einen hohen Proteingehalt mit allen essentiellen Aminosäuren, die für den Aufbau und Erhalt von Muskelmasse wichtig sind. Die Proteinqualität in Soja ist mit der von Rindfleisch vergleichbar.

Doch warum hat Soja bei solch positiven Nährwerten so ein schlechtes Ansehen?

Soja – gesund oder ungesund?

In die Kritik geraten, ist Soja vor allem wegen den enthaltenen Isoflavonen, die zu den sekundären Pflanzenstoffen gerechnet werden. Da sie eine ähnliche Struktur wie das menschliche Geschlechtshormon Östrogen aufweisen, werden sie auch als Phytoöstrogenen bezeichnet. Durch diese Ähnlichkeit können die Isoflavone an die Östrogenrezeptoren binden und ähnlich wie weibliche Geschlechtshormone wirken. Allerdings ist die hormonelle Aktivität der Phytoöstrogene 100-1000 fach geringer.

Viele Studien beschreiben zwar einen Zusammenhang zwischen der Sojaaufnahme und Fortpflanzungsstörungen bei Männern und Frauen, allerdings sind die bisherigen Ergebnisse nicht vergleichbar. Denn es existieren Studien mit unterschiedlichen Dosierungen, verschiedenen Isoflavonformen und Studienlängen.

Bekannt ist, dass Frauen nach der Menopause generell einen niedrigeren Östrogenspiegel besitzen. Deshalb weisen Isoflavone hier eine östrogene Wirksamkeit auf. Dies ist aber nicht bei prämenopausalen Frauen zu sehen: Da hier die körpereigenen Östrogene in großer Zahl vorhanden sind, binden diese an die Rezeptoren und die Bindungsstelle für Phytoöstrogene ist besetzt; sie wirken daher antiöstrogen.

Bisher gibt es also keinen Nachweis, dass sich Soja negativ auf die Fruchtbarkeit auswirkt. Dies ist auch in asiatischen Ländern zu sehen: Obwohl dort viel Soja verzehrt wird, ist die männliche Bevölkerung weder verweiblicht noch unfruchtbar.

In verschiedenen Studien ist auch eine antikanzerogene Wirkung der Isoflavone vor allem in der asiatischen Bevölkerung beschrieben. Zhang und seine Mitarbeiter haben diese Wirksamkeit auf Brustkrebs ebenfalls in Nordamerika nachgewiesen.

Des Weiteren sind positive Effekte auf Wechseljahresbeschwerden und Osteoporose bekannt.

 

Fazit

Soja hat ein breites Nährstoffprofil, welches kaum mit einer anderen Pflanze vergleichbar ist. Dieses wirkt sich positiv auf die Gesundheit und auf verschiedene Erkrankungen aus.

Generell sollte der Verzehr pflanzlicher Kost gesteigert werden. Somit stellt Soja eine gute Fleischalternative dar.

Zu den Proteinpulvern

 

Dein Nutri-Plus Team

 

Quellen:

  • Backes G (2012) Soja – das Fleisch des Feldes. Ernährung im Fokus: 154-159.
  • Cederroth CR, Zimmermann C und Nef S (2012) Soy, phytoestrogens and their impact on reproductive health. Molecular and Cellular Endocrinology, 355 (2): 192-200.
  • Kucuk O (2017) Soy food, isoflavones and breast cancer. Cancer 123 (11): 1901-1903.
  • Zhang FF, Haslam DE, Terry MB et al. (2017) Dietary isoflavone intake and all-cause mortality in breast cancer survivors: the Breast Cancer Family Registry. Cancer 123: 2070-2079.
  • https://albert-schweitzer-stiftung.de/themen/vegan-gesund/soja-gesund-oder-ungesund
  • http://www.vitalstoff-lexikon.de/Sekundaere-Pflanzenstoffe/-Isoflavone/

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar