Whey, Casein, Soja … Ein Überblick über die verschiedenen Eiweißpulver

Eiweiß bProteinpulverzw. Protein ist der Grundbaustein unserer Zellen, im übertragenen Sinne das Zement für den Bau eines Hauses. Ohne bzw. mit zu wenig Eiweiß kann kein Muskelwachstum stattfinden, kein Bindegewebe gebildet werden, keine Haare, keine Fingernägel …
Daneben bringt es für Abnehmwillige eine weitere interessante Eigenschaft mit: Es sättigt besser als alle anderen Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Fett und Alkohol) und wird somit gerne im Rahmen einer Diät/Eiweißdiät bzw. als Diätpulver verwendet.

Die Empfehlungen zur Eiweißzufuhr bewegen sich zwischen 0,8g pro kg Körpergewicht für Otto Normalverbraucher und bis zu 2g pro kg Körpergewicht für Leistungssportler. Besonders Sportler fragen sich bei der Fülle an verschiedenen Proteinpulvern immer wieder, zu welchem Produkt sie greifen sollen. Da gäbe es Molkenprotein, Kasein, Sojaprotein, Eiprotein uvm.

Schauen wir uns diese Proteinsorten und ihre spezifischen Eigenschaften doch einmal genauer an:

Whey:
Whey- bzw. Molkenprotein sind – wie Casein – ein Bestandteil des Milchproteins.
Whey-Eiweiß verfügt über sehr geringen Mengen an Fetten und Kohlenhydraten, was es besonders bei Bodybuildern sehr beliebt macht, in Anbetracht der täglichen aufgenommenen Mengen an Pulver ist dieser Aspekt jedoch – im Vergleich zu anderen Eiweißsorten – zu vernachlässigen.

Casein:
Casein bzw. Kasein ist der Hauptbestandteil des Milchproteins und werden z.B. zur Käseverarbeitung verwendet.

Im Unterschied zu anderen Proteinen braucht die Verdauung von Kasein seine Zeit. In erster Linie liegt das daran, dass der menschliche Organismus ab dem ca. 24. Lebensmonat über keine Caseinespaltenden Enzyme mehr verfügt. Sportler versuchen sich diese Eigenschaften zunutze zu machen, indem Sie das vermeintlich schneller resorbierbare Whey direkt nach dem Training zuführen und das Casein zur Proteinversorgung über Nacht vor dem Schlafengehen einnehmen. Aktuelle Studien (z.B. Wilborn et al., 2013) konnten jedoch keine Vorteile einer Whey-Einnahme nach dem Training gegenüber einer Zufuhr von Casein feststellen. Aufgrund der hohen Wahrscheinlichkeit einer Unverträglichkeit ist von Kasein eher abzuraten.

Soja:
Sojaprotein ist besonders für Veganer und Personen, die an Laktoseintoleranz oder einer Milcheiweißallergie leiden eine interessante Alternative.

Trotz seines diesbezüglich schlechten Rufes hat Soja eine biologische Wertigkeit von ca. 85 und liegt damit nur unwesentlich unter dem Wert von Kuhmilch (88).
Sojaeiweißpulver wird auch aufgrund der Anwesenheit sogenannter Trypsininhibitoren gemieden. Das sind Enzyme, die die Verdauung von spezifischen Proteinen blockieren und diese somit für den Körper unverwertbar machen. Wie die meisten Enzyme sind jedoch auch Trypsininhibitoren Wärme- und ph-empfindlich und können bei der Herstellung – richtige Anwendung vorausgesetzt – größtenteils ausgeschaltet werden (-> veganes & aspartamfreies Eiweißpulver).

Weitere Proteinsorten (Weizen, Erbsen usw.):
Diese können im Rahmen eines Mehrkomponentenproteins verwendet, jedoch sollte man aufgrund der relativ geringen biologischen Wertigkeit (Weizenprotein z.B. erhält kaum Lysin) nicht zu einem Weizen- bzw. Erbsenprotein-only Produkt greifen. In Kombination mit anderen Proteinen sind diese jedoch durchaus sinnvoll, so ergibt eine Kombination aus Erbsen- und Reisprotein eine sehr hohe biologische Wertigkeit.

Fazit:
Die verschiedenen Proteinsorten besitzen allesamt ihre spezifischen Vor- und Nachteile, die man sinnvollerweise im Rahmen eines Mehrkomponentenproteinpulvers nutzen sollte. Durch die jeweils unterschiedliche Aminosäurenzusammensetzung kann sich die biologische Wertigkeit sogar noch erhöhen.

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Ihr/Euer Nutri-Plus Team