Nutraceuticals, Nutrazeutika

Was sind Nutraceuticals?

Normalerweise trennt man strikt zwischen Nahrungs- und Arzneimittel. Der Fortschritt der Forschung lässt die Grenze aber immer mehr verschwimmen. Fast täglich werden neue Studien zu Superfood & Co veröffentlicht. Die Bezeichnung Nutraceuticals verdeutlicht, dass Nahrungsmittel mehr als reine Energielieferanten sind. Immerhin sagte bereits Hippokrates: „Lass die Nahrung deine Medizin sein und Medizin deine Nahrung!“

Der Begriff Nutraceuticals (= Nutrazeutika) setzt sich zusammen aus den englischen Wörtern nutrition (= Nahrung) und pharmaceutical (= Pharmazeutika). Die Wortkombination geht auf den amerikanischen Arzt Stephen De Felice zurück, Gründer der Foundation for Innovation in Medicine (FIM). Nutraceutical bezeichnet ein Lebensmittel oder Teil eines Lebensmittels, das einen medizinischen oder gesundheitlichen Nutzen hat. Einschließlich der Prävention und Behandlung von Krankheiten. Im Gegensatz zu Pharmazeutika handelt es sich also nicht um synthetische Substanzen, die für bestimmte Erkrankungen entwickelt wurden.

Zu den Nutrazeutika zählen traditionelle, pflanzliche Heilmittel, Nahrungsergänzungsmittel oder sogenanntes Functional Food (= funktionelle Nahrungsmittel). Aber auch gewöhnliche Lebensmittel, Gewürze, essentielle Fettsäuren, Vitamine oder Ballaststoffe werden als Nutraceuticals bezeichnet. Die exakte rechtliche Definition unterscheidet sich je nach Land. So versteht man etwa in Kanada unter dem Begriff ein aus Lebensmitteln zubereitetes Produkt, das in Form von Pillen oder Pulver erhältlich ist. In Deutschland hingegen ist nicht näher festgelegt, was als Nutraceutical bezeichnet werden darf und was nicht.

Nutraceuticals und die Hürden der Health-Claims-Verordnung

Nutraceuticals sind überwiegend pflanzlichen Ursprungs. Häufig sind die sekundären Pflanzenstoffe (auch Phytochemicals genannt) verantwortlich für die gesundheitsfördernden Eigenschaften. Unter dem Begriff sekundäre Pflanzenstoffe wird eine Reihe von Verbindungen zusammengefasst, die von Pflanzen gebildet werden und beispielsweise als Farb- oder Geschmacksstoffe u. a. der Abwehr von Fressfeinden dienen. In vielen Kulturen werden Pflanzen bereits lange eingesetzt, um Krankheiten vorzubeugen und zu behandeln. Die Vorschriften für die Lebensmittelkennzeichnung erlaubt es Unternehmen jedoch nicht immer, die Produkte mit der Wirkung zu bewerben.

Ein Beispiel ist Ginkgo (z. B. enthalten in Nutri-Plus Ortho Brainfood). Seit Jahrtausenden findet Ginkgo Verwendung in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Viele experimentelle und klinische Studien zeigen, dass Ginkgo-Extrakt die Gedächtnisleistung und das Lernvermögen positiv beeinflusst, das Hirngewebe schützt und die Fließeigenschaften des Blutes verbessert. Eine gesundheitsbezogene Angabe (Health Claim) darf auf der Verpackung jedoch nicht gemacht werden. Gesundheits- und nährwertbezogene Angaben unterliegen der sogenannten Health-Claims-Verordnung (Verordnung (EG) Nr. 1924/2006) und sind nur erlaubt, wenn diese durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) überprüft wurden. Gleiches gilt für Curcumin aus der Kurkuma-Pflanze. Curcumin wird ebenfalls bereits seit langer Zeit in der indischen Medizin eingesetzt und besitzt u. a. eine antioxidative und schmerzlindernde Wirkung. Auch für weitere sekundäre Pflanzenstoffe wie Oligomere Proanthocyanidine (OPC) existiert kein Health Claim. Diese zählen zu den Polyphenolen, welche als die stärksten natürlich vorkommenden Antioxidantien gelten.

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Wirkung und Einsatzgebiete von Nutraceuticals

Nutraceuticals wirken sich u. a. positiv auf das Immunsystem aus und haben entzündungshemmende sowie antioxidative Eigenschaften. Zu ihren Einsatzgebieten zählen sowohl Adipositas, Diabetes, Krebs, Rheuma, erhöhte Cholesterinwerte oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen als auch Schlafstörungen und Depressionen. Laut European Nutraceutical Association (ENA) hat der Einsatz von Nutraceuticals einen großen Vorteil: Es ist mit keinen Nebenwirkungen zu rechnen.

Nutraceuticals spielen aber nicht nur bei der Prävention und Behandlung von Erkrankungen eine Rolle. Eine aktuelle Übersichtsarbeit zeigte, dass Nutraceuticals auch die Alterungsprozesse beeinflussen und als natürliches Anti-Aging-Mittel wirken. So wirkt Vitamin C beispielsweise als Antioxidans, Vitamin E schützt die Haut vor der schädlichen Wirkung von UVB-Strahlen, Curcumin wirkt antientzündlich, das Carotinoid Lykopin mildert raue Haut.

 

Dein Nutri-Plus Team

 

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