Warum greifen wir auf künstliche Süßstoffe zurück?

Öfter werden wir gefragt, ob wir denn nicht auf Süßstoffe verzichten möchten und stattdessen z.B. Stevia, Erythrit oder Xylit verwenden.
Generell verzichten wir auf so viele Zusatzstoffe wie möglich, damit unsere Produkte so natürlich wie möglich bleiben. Deswegen verwenden wir keine Konservierungsstoffe sowie künstlichen Farbstoffe. 

Welche Alternativen zu Süßstoffen gibt es?

Wir haben uns aus verschiedenen Gründen für Sucralose entschieden:

Erythrit z.B. hat zwar ebenfalls keine Kalorien, aber eine Süßkraft, die nur zu 50-70% der von Haushaltszucker entspricht, weshalb wir in unseren Produkten sehr viel davon verwenden müssten, bis die gewohnte Süße erreicht wäre. Auch geschmacklich konnten Erythrit und Stevia uns nicht überzeugen. Wir haben bereits alle Süßstoffe wie beispielsweise Cyclamat, Saccharin und Aspartam – ausgenommen Sucralose – aus unseren Eiweißshakes verbannt. Warum es unerlässlich ist, in unseren Produkten Sucralose zu verwenden, verdeutlicht das folgende Beispiel: 

In unseren Nutri-Plus Shape & Shake Proteinpulvern befinden sich pro zubereitetem Shake nur 50 mg Sucralose

Sucralose hat eine Süßkraft, die ca. 600x höher ist als die von Zucker. Umgerechnet entsprechen diese 50 mg Sucralose damit der Süßkraft von über 50 g Erythrit..

Die Studienlage zu Sucralose verdeutlicht, dass ein Verzehr in üblichen Mengen vollkommen unbedenklich ist. So schreibt das Deutsche Institut für Risikobewertung: “Die Süßstoffe sind eingehend geprüft”. Für alle Süßstoffe gibt es ADI-Werte (Acceptable Daily Intake): “Die erlaubte Tagesdosis bezeichnet die Dosis einer Substanz, wie etwa eines Lebensmittelzusatzstoffs, die bei lebenslanger täglicher Einnahme als medizinisch unbedenklich betrachtet wird.”

Der ADI-Wert von Sucralose (15 mg pro kg Körpergewicht) liegt dabei ca. 4x höher als der von Stevia. Um beim Beispiel unseres Protein-Shakes zu bleiben, müsste eine 70 kg schwere Person täglich 21 Shakes (also 6,3 Liter) Shape & Shake zu sich nehmen, um diesen Wert zu erreichen.

Sucralose – was sagt die aktuelle Studienlage?

Schauen wir uns doch zur Verdeutlichung des aktuellen Forschungsstandes ein paar Studien an:

Critical review of the current literature on the safety of sucralose (2017):
In diesem umfassenden Review wurde sämtliche verfügbare Literatur durchsucht und ihrer Evidenz entsprechend beachtet.
Ergebnis: Keinen direkten Effekt von Sucralose auf die Nahrungsaufnahme oder Zunahme an Körpergewicht. Sucralose hat keine krebserregende Wirkung.

Review of the nutritional benefits and risks related to intense sweeteners (2015): Hier wurden die Auswirkungen von Süßstoffen wie Saccharin und Sucralose auf das Auftreten von Krebs, neurologischen Effekten, Glucosehomöostase sowie Typ 2 Diabetes untersucht.
Ergebnis: Kein Auftreten eines erhöhten Krebsrisikos.
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Association between non-nutritive sweeteners and obesity risk among university students in Latin America (2015): Hier wurde ein Zusammenhang zwischen Übergewicht und der Einnahme von nicht-nutritiven Süßungsmitteln untersucht.
Ergebnis: Frauen, die auf künstliche Süßstoffe zurückgreifen, leiden seltener an Übergewicht.

Effect of fructose and sucralose on flow-mediated vasodilatation in healthy, white European males (2014). Auswirkungen von u. a. Sucralose auf die Vasodilatation.
Ergebnis: Keine Effekte.

Comment on Pepino et al. sucralose affects glycemic and hormonal responses to an oral glucose load (2014): Auswirkungen von Sucralose auf eine “glykämische sowie hormonelle Antwort” einer oralen Glucose-Gabe.
Ergebnis: Keine Neben- bzw. Auswirkungen. Weiterhin ist anzumerken: “Gesundheitsbehörden auf der ganzen Welt sind zu dem Schluss gekommen, dass Sucralose für den Einsatz in Lebensmitteln sicher ist”.

Effect of the artificial sweetener, sucralose, on gastric emptying and incretin hormone release in healthy subjects (2009): Auswirkungen von Sucralose auf die Magenentleerung sowie die Ausschüttung des Hormons Inkretin.
Auch hier: Keine Effekte.

Wie aussagekräftig sind Untersuchungen mit negativen Befunden zu Sucralose?

Manche Untersuchungen, die an Tieren oder Zellkulturen durchgeführt wurden, berichten von verschiedenen Veränderungen, die angeblich auf Sucralose zurückzuführen seien. Jedoch zeigen diese Studien starke Einschränkungen. So waren z. B. keine dosisabhängigen Reaktionen zu beobachten, während den Studien wurden nur unzureichend Proben gesammelt und zu wenig Endpunkte definiert. Weiterhin wurde die statistische Analyse nur ungenügend ausgeführt und es gab teilweise keine geeigneten Kontrollgruppen. Solche Mängel in der Durchführung schränken die Aussagekraft der Ergebnisse stark ein.

Es gibt also keinen Grund, den von uns verwendeten Süßstoff Sucralose zu meiden. Dennoch gestalten wir unsere Rezepturen immer möglichst süßstoffarm und versuchen neue Produkte zu entwickeln, die mit alternativen Süßungsmitteln auskommen.

Eine schöne Woche wünscht

Dein Nutri-Plus Team

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