Profisport, Sportler, vegan

Vegane Ernährung im Profisport

Fleischlos zu sportlichen Höchstleistungen? Vor ein paar Jahren noch undenkbar, doch bald kaum mehr wegzudenken. Egal, ob Iron Man, Formel 1, Tennis oder Kraftsport – die Spitze der Weltrangliste is(s)t vegan. Prominente Sportler wie Lewis Hamilton, Patrik Baboumian, Carl Lewis, Novak Djokovic oder Serena und Venus Williams zeigen: Erfolg braucht keine tierischen Produkte.

Am Wochenende gewann Patrick Lange den Ironman Hawaii und stellte gleich noch eine neue Rekordzeit auf. Dass Triathlon und fleischlose Ernährung keinen Widerspruch darstellen, bewies in den 1980er Jahren bereits Dave Scott. Insgesamt sechs Mal gewann er den Ironman Hawaii. Markus Kuhn schafft es mit seinem Rekord zwar nicht an die Spitze der Weltrangliste, aber immerhin in die Herzen der Deutschen. Der American-Football-Spieler, der sich vegan ernährt, erzielte 2014 als erster Deutscher einen Touchdown in der NFL. Auch Lewis Hamilton, aktueller Formel-1-Weltmeister, entschied sich 2017 für eine rein pflanzliche Ernährungsweise. Auf seinen Social-Media-Kanälen begründete er diesen Entschluss u. a. mit dieser Aussage: „Ihr wisst, wie sehr ich Tiere liebe. Was wir als Menschen in der Welt anrichten, ist unfassbar. Es wird gesagt, dass unser Mastvieh mehr Schadstoffe erzeugt, als es alle Flüge und Autos produzieren. Verrückt!“

Warum profitieren Sportler von einer pflanzlichen Ernährung?

Neben Tier- und Umweltschutz sind bei vielen Sportlern aber vor allem die gesundheitlichen Aspekte ausschlaggebend für eine Ernährungsumstellung. Optimale Fitness und körperliche Leistungsfähigkeit sind immerhin das Kapital eines Sportlers. Gesättigte Fettsäuren, Cholesterin, polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) oder heterozyklische aromatische Amine (HAA) – Fleisch hat seinen Ruf als Kraftspender verloren und gilt inzwischen als Krankmacher. Auch das vermeintlich gesunde Image der Milch hat ein paar Kratzer abbekommen. Studien, die Milch mit Erkrankungen wie Akne, Osteoporose und Krebs in Zusammenhang bringen, häufen sich. Zudem verursacht der Milchkonsum bei vielen Menschen Verdauungsbeschwerden.

Wer übrigens immer noch glaubt, dass man mit tierischen Proteinen mehr oder schneller Muskelmasse aufbauen kann, der sollte einmal diesen Blogbeitrag lesen.

Eine pflanzliche Ernährungsweise bringt einen höheren Verzehr von Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Gemüse und Obst mit sich. Dadurch ist der Körper besser mit Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen versorgt. Zudem zeigen Studien, dass Vegetarier und Veganer deutlich mehr sekundäre Pflanzenstoffe aufnehmen als Fleischesser. Viele dieser sekundären Pflanzenstoffen (z. B. Carotinoide, Polyphenole) wirken als Antioxidantien, die freie Radikale unschädlich machen. Freie Radikale sind reaktive Sauerstoffspezies, die im Körper gebildet oder von außen aufgenommen werden. Im Normalfall verfügt unser Körper über Abwehrmechanismen, um freie Radikale unschädlich zu machen. Bei Stress, Krankheit oder intensivem Training kann die Freisetzung jedoch stark erhöht sein. Daher ist es wichtig, dass Sportler ausreichend Antioxidantien mit der Nahrung aufnehmen.

Höchstleistung dank pflanzlicher Ernährung

Die Vorbehalte, die viele Trainer und Ärzte leider immer noch gegenüber einer veganen Ernährung im Spitzensport haben, sind nicht mehr haltbar und zeitgemäß. Viele Sportler berichten nach einer Ernährungsumstellung von einer verbesserten Leistungsfähigkeit, mehr Energie und einer schnelleren Regeneration. Leider ist die Studienlage zu den positiven Effekten einer veganen Ernährung bei Leistungssportlern in Trainings- und Wettkampfphasen noch recht dünn. Anfang des Jahres startete die Fachhochschule des Mittelstandes in Kooperation mit der BKK Pro Vita daher eine Pilotstudie. Die Volleyball-Mannschaft des ASV Dachau verzichtete 12 Wochen lang auf tierische Produkte. Vor und nach der Ernährungsumstellung fand eine ausführliche Leistungsdiagnostik statt. Die Ergebnisse zeigten, dass eine pflanzliche Ernährung zu keinerlei Leistungseinschnitten oder Nährstoffdefiziten führte, die Blutfettwerte verbesserten sich jedoch deutlich.

Wer es den Volleyballern gleichtun und seine eigene Vegan-Challenge starten möchte, sollte folgendes beachten:

  • Die Makro- und Mikronährstoffzufuhr muss immer dem persönlichen Bedarf angepasst werden. So benötigen z. B. Ausdauersportler mehr Kohlenhydrate, Kraftsportler hingegen mehr Proteine.
  • Die Lebensmittelauswahl sollte ausgewogen und vielfältig sein.
  • Lebensmittel mit einer hohen Nährstoffdichte (Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Obst und Gemüse) bevorzugen.
  • Verarbeitete Lebensmittel und Fertigprodukte nur selten konsumieren.
  • Vitamin B12-Supplemente nicht vergessen.

Dein Nutri-Plus Team

 

Quellen

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