Eier Massentierhaltung

Problematische Hühnerhaltung in der Ei-Produktion

 

Im Jahr essen die Deutschen pro Kopf etwa 217 Eier. Viele der Deutschen greifen dabei zu Eiern aus der Freiland- oder Biohaltung, um den Hühnern ein glückliches Leben zu gewährleisten. Doch haben Hühner dieser beiden Haltungsformen wirklich weniger Leid?

 

Die Legehennen-Haltung in Deutschland

Jedes Jahr werden etwa 38 Millionen Legehennen für die Ei-Industrie ausgebeutet. Dabei stammen die meisten Eier, die es im Handel zu kaufen gibt, aus der Massentierhaltung. Hierbei steht den Tieren nur eine sehr kleine, begrenzte Fläche zur Verfügung, die es nicht erlaubt den Bewegungsdrang der Hennen auszuleben.

Da sich die Hühner auf so engem Raum leicht verletzen können, wird ihnen kurz nach der Geburt der Schnabel mit einem heißen Messer abgeschnitten – und das meist sogar ohne Betäubung! Denn das durch die Enge und den Stress verursachte Federpicken, soll durch das Abtrennen des Schnabels verhindert werden. Obwohl das Tierschutzgesetz solch eine Abtrennung verbietet, wird es dennoch in den meisten Lege-Betrieben ausgeführt.

Heutzutage kommen in der Ei-Produktion hauptsächlich sogenannte Lege-Hybriden zum Einsatz. Diese Hennen werden auf eine hohe Legeleistung gezüchtet und legen etwa 300 Eier im Jahr (im Vergleich: Wildlebende Hühner brüten 40 Eier im Jahr aus). Sie erhalten spezielle Futtermischungen angereichert mit Vitamin D, um das Sonnenlicht zu ersetzen. Außerdem erhalten sie durch das Wasser Antibiotika, um gegen die häufig auftretenden Infektionen geschützt zu sein.

Durch die Züchtung und die katastrophalen Bedingungen kommt es bei den Hühnern oft zu Erkrankungen wie Eileiterentzündungen und zu einem frühzeitigen Tod. Etwa 10 % der Legehennen sterben frühzeitig in den Lege-Betrieben – wenn man hier überhaupt von frühzeitig sprechen kann: Im Alter von eineinhalb Jahren wird jede Henne geschlachtet und das obwohl sie in Freiheit über 10 Jahre alt werden können!

Noch schlimmer sieht es für die männlichen Küken aus. Diese werden bereits an ihrem ersten Lebenstag aussortiert und getötet. Denn sie legen keine Eier und eignen sich nicht für die Mast. Hier gibt es spezielle Masthähnchen, die auf Masse gezüchtet werden, daher werden jedes Jahr allein in Deutschland fast 50 Millionen männliche Küken getötet.

 

Käfighaltung

In Deutschland ist die Käfighaltung seit 2010 verboten. Dafür wurde der Begriff Kleingruppenkäfig eingeführt. In einem Kleingruppenkäfig hat jedes Huhn auf 1,5 Din-A-4-Blättern Platz bei einer Mindesthöhe von 45 cm (Im Vergleich: Bei der Käfighaltung weniger als ein Din-A-4-Blatt).

Zwar haben die Hennen in einem Kleingruppenkäfig etwas mehr Platz als bei der Käfighaltung; dies ist allerdings für die Tiere immer noch unzumutbar und stellt eine hohe Stressbelastung dar. Denn durch die Enge sind keine Rangordnungen möglich, sodass Kämpfe zwischen den Hühnern stattfinden und die schwachen Hühner immer benachteiligt werden.

 

Bodenhaltung

In Deutschland leben die meisten Hennen in Bodenhaltung. Hierbei haben 9 Hühner etwa einen Quadratmeter mit mehreren Ebenen zur Verfügung. Die Mindesthöhe liegt hier auch nur bei 45 cm. Die Hühner leben in Gruppen von bis zu 6.000 Tieren in großen Hallen. In Freiheit leben dagegen nur bis zu 20 Hühner und ein Hahn zusammen.

 

Freilandhaltung

Was viele vielleicht nicht wissen: In der Freilandhaltung haben Hühner im Stall genauso viel Platz wie bei der Bodenhaltung. Allerdings wird den Hennen tagsüber ein Auslauf im Freien gewährt. Dies kann aber von dem Tierhalter zeitlich begrenzt werden. Außerdem ist nicht genau festgelegt, dass Unterschlupfmöglichkeiten zur Verfügung stehen müssen. Sind die Unterstände nicht vorhanden, so bleiben die Hennen auf einer kleinen Fläche zusammen.

Eier

Biohaltung

Die Biohaltung ist die einzige Haltungsform, in welcher die Schnäbel der Hennen nicht gekürzt werden dürfen. In der Biohaltung leben auf einem Quadratmeter 6 Hühner zusammen. Die Gruppe soll maximal aus 3000 Tieren bestehen. So lautet zumindest die Theorie, in der Praxis sieht das allerdings anders aus; denn die Richtlinien werden oft nicht eingehalten. So lebt laut Untersuchungen jedes zweite Biohuhn in einem Großstall.

 

Fazit

Auch die Biohaltung ist nicht das, was sie den Verbrauchern verspricht. Denn meist werden die Bestimmungen nicht eingehalten. Außerdem kann keine Haltungsform die natürliche Haltung eines Huhnes ersetzen.

Deshalb sollte am besten auf Eier oder Eiprodukte verzichtet werden. Wenn du auf Eier oder Eiprodukte nicht verzichten möchtest, dann kannst du die Eier bei dem Bauern deines Vertrauens kaufen.

 

Dein Nutri-Plus Team

 

Quellen

 

 

 

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