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Natürliches Antidepressivum: Hilft Johanniskraut bei Depression?

Eine Depression oder depressive Verstimmung zählt zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Laut Bundesgesundheitsministerium leiden etwa 16-20 % der Menschen mindestens einmal im Leben an einer depressiven Störung.

Bin ich depressiv? Erste Anzeichen einer Depression

Lustlosigkeit, fehlende Freude, Antriebslosigkeit – bin ich depressiv oder einfach nur traurig? Stimmungsschwankungen oder Traurigkeit nach Rückschlägen gehören zum Leben dazu. Doch woran erkenne ich, ob es sich dabei vielleicht nicht schon um erste Anzeichen einer Depression handelt?

Meist entwickelt sich eine depressive Störung schleichend. Beginnt sie beispielswiese mit einer generellen Antriebslosigkeit, können nach und nach weitere Symptome wie Schlaf- und Appetitlosigkeit, vermehrtes Grübeln, unspezifische Schmerzen (z. B. Kopfschmerzen), Müdigkeit und Reizbarkeit hinzukommen. Diese Frühsymptome sind recht unspezifisch und entwicklen sich meist über Wochen oder Monate zu einer Depression. Nicht immer muss dir dabei ein belastenden Ereignis oder ein Anlass zu Grunde liegen.

Hilfe bei Depression

Es ist wichtig, eine depressive Störung frühzeitig zu erkennen, da sie dann meist gut behandelt werden kann. Jedoch ist es nicht immer ganz einfach, eine Depression zu identifizieren. Nicht immer führt eine depressive Störung zu den typischen Symptomen wie Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit, sondern kann sich auch in Ängsten oder Gefühlen der Gleichgültigkeit ausdrücken.

Ein Selbsttest wie von der Deutschen Depressionshilfe kann helfen, eine depressive Störung zu erkennen.

Grundsätzlich sollte bei einer Depression zuerst der/die Hausärzt/in aufgesucht werden. Weitere Anlauf- und Beratungsstellen finden sich hier.

Natürliche Antidepressiva: Wann und wie wirkt Johanniskraut?

Behandelt wird eine Depression in der Regel mit Psychotherapie und/oder Antidepressiva. Bei leichten und mittelschweren Verläufen können auch natürliche Antidepressiva helfen. Diese pflanzlichen Mittel gegen Depression haben den Vorteil, dass die Einnahme meist mit deutlich weniger Nebenwirkungen als bei herkömmlichen Antidepressiva einhergeht. Johanniskraut-Präparate (Hypericum perforatum) werden beispielsweise häufig als pflanzliches Mittel zur Behandlung von depressiven Verstimmungen und leichten bis mittelschweren Depressionen genutzt. Es wird auch bei nervösen Unruhen eingesetzt und gilt als „natürlicher Stimmungsaufheller“. Produkte mit Johanniskraut-Extrakt sind rezeptfrei erhältlich.

Wirkung von Johanniskraut

Studien belegen, dass die Einnahme von Johanniskraut bei leichter bis mittelschwerer Depression Wirkung zeigt. Produkte mit Johanniskraut-Extrakt müssen jedoch über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, es reicht nicht, Johanniskraut-Kapseln nur ein paar Tage einzunehmen. Verantwortlich für die antidepressive Wirkung ist der Inhaltsstoff Hyperforin. Die Substanz beeinflusst die Konzentration der Neutrotransmitter Noradrenalin, Serotonin und Dopamin im Gehirn und deren Rezeptorstrukturen. Darüber hinaus hemmt Hyperforin die neuronale Aufnahme des Neurotransmitters GABA (γ-Aminobuttersäure) und L-Glutamat. Dies hat einen stimmungsaufhellenden Effekt.

Mehr zur Wirkung von Johanniskraut liest du hier.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Johanniskraut

Der Vorteil von Johanniskraut-Produkten ist, dass sie nicht über die Nebenwirkungen gewöhnlicher Antidepressiva verfügen (z. B. Gewichtszunahme) bzw. diese deutlich seltener auftreten. Aber auch pflanzliche Produkte sind nicht frei von Neben- bzw. Wechselwirkungen. Bei der Einnahme von Johanniskraut treten z. B. häufig Hautirritationen und eine Überempfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht auf. Zudem kann es zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten (z. B. Blutverdünner, anderen Antipressiva oder Lipidsenker) und hormonellen Verhütungsmitteln (z. B. Antibabypille) kommen.

Die Einnahme von Johanniskraut-Extrakten sollte vorher also unbedingt mit dem Arzt oder der Ärztin abgesprochen werden. Für Schwangere, Stillende und Kinder ist die Einnahme grundsätzlich nicht zu empfehlen.

Tryptophan: Hilft die Aminosäure gegen Depressionen?

Als ein weiteres natürliches Antidepressivum gilt die Aminosäure Tryptophan. Tryptophan ist die Vorstufe der Botenstoffe Serotonin und Melatonin. Diese nehmen Einfluss auf unsere Laune und z. B. auch auf unseren Schlaf. Daher wird diskutiert, ob Tryptophan auch bei depressiven Störungen von Nutzen sein kann. Mehr über die Aminosäure und ihre Rolle im Stoffwechsel, erfährst du in diesem Blogbeitrag.

 

Quellen: 

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/gesundheitsgefahren/depression.html

 

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