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Müll im Meer und die Folgen

Unsere Meere versinken immer mehr im Müll – von Tag zu Tag wird der Ozean zunehmend zur Müllhalde der Erde. Kein Wunder also, dass auf jedem Quadratkilometer der Wasseroberfläche mittlerweile bis zu 18.000 Plastikteile unterschiedlichster Größe schwimmen. Dies hat verheerende Folgen für die Meeresbewohner und die Umwelt. Denn nicht nur die Küsten sowie Ozeane werden verunreinigt, sondern auch die Meerestiere verschlucken kleine Plastikteile, die sie für Nahrung halten. Zum Beispiel halten Schildkröten Plastiktüten für Quallen; Seevögel verwechseln Plastikteile mit kleinen Tintenfischen oder Sepiaschalen. Zudem können sich Fische und andere Meeresbewohner in größeren Müllteilen wie Netzen verheddern und qualvoll verenden.

Das Schlimme dabei ist: Der meiste Müll ist gar nicht sichtbar, denn nur 15 % des Mülls treiben an der Wasseroberfläche und genauso viel wird an die Küsten angespült. Die restlichen 70 % sinken auf den Meeresboden. Schätzungen zufolge könnten sich bis zum Jahr 2050 mehr Plastikartikel als Fische im Meer befinden.

Plastik im Meer

Der Müll besteht bis zu 75 % aus Plastik, das nur sehr langsam in immer kleinere Teile zerfällt, dem sogenannten Mikroplastik. Dies passiert im Meer durch die Einwirkung von Salzwasser, Sonne und Reibung. Beispielsweise benötigt eine Plastiktüte bis zu 20 Jahre, ein Styroporbecher etwa 50 Jahre und eine PET-Flasche ganze 450 Jahre, bis sie vollständig zerfallen ist.

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Über 150 Millionen Tonnen Plastik belasten mittlerweile unsere Meere. Jedes Jahr kommen 4,8-12,7 Millionen Tonnen Plastik dazu.

Mikroplastik und POPs schaden der Gesundheit

Mikroplastik ist sehr gefährlich. Bei der Zersetzung können die Kunststoffe giftige und hormonell wirksame Zusatzstoffe wie z. B. Weichmacher ins Meer und an die darin lebenden Organismen, die diese dann aufnehmen, abgeben. Zudem können sich biologisch schwer abbaubare organische Schadstoffe (sogenannte POPs - Persistente Organische Schadstoffe) aus dem Wasser in hoher Menge an die Mikroplastikpartikel binden und so ebenfalls in den Körper vieler Meeresbewohner gelangen. Diese Schadstoffe fallen unter die höchste Kategorie von Gefahrenstoffen. Dazu zählen beispielsweise die PCBs (Polychlorbiphenyle). Diese sind nicht abbaubar und lagern sich somit im Gewebe lebender Organismen an, insbesondere in fettem Fisch. Da Fettfisch auch zu Fischöl und -mehl verarbeitet wird, werden auch sogenannte Nutztiere damit gefüttert. Beim Verzehr gelangen die Schadstoffe so in den menschlichen Körper. Diese können das Hormonsystem schädigen und zu Unfruchtbarkeit führen,Krebs auslösen, das Immunsystem sowie die kindliche Entwicklung stören. Die genauen Auswirkungen von Mikroplastik auf die Gesundheit sind noch nicht im Detail geklärt.

Wie gelangt der Müll ins Meer?

Die Verschmutzung der Ozeane ist eine der deutlichsten Auswirkungen menschlichen Handelns. Der Müll gelangt in erster Linie vom Land aus über Flüsse ins Meer. Etwa 80 % des Mülls gelangt so in unsere Ozeane. Dazu zählen Schadstoffe wie Pestizide, Kunstdünger, Reinigungsmittel, Abwasser oder Unmengen an Plastikteilchen und anderen Festkörpern. Die restlichen 20 % gelangen über Schiffe insbesondere Öltanker in den Ozean. Pro Stunde landen ca. 675 Tonnen Müll im Meer, die Hälfte besteht aus Plastikmüll. Dies ist vor allem in Ländern der Fall, in denen die Sammlung und Verwertung von Abfällen nicht richtig funktioniert, z. B. in Ländern Südostasiens.

Mittlerweile gibt es so viel Müll, dass sich fünf schwimmende, gigantische Müllteppiche im Zentrum der Ozeane gebildet haben. Der bekannteste ist der „Great Pacific Garbage Patch“ im Nordpazifik, der inzwischen schätzungsweise eine Fläche von Mitteleuropa erreicht hat.

„Schleichende Todeszonen“ durch geringen Sauerstoffgehalt

An den Küsten können die Nährstoffe aus Abwässern und Landwirtschaft möglicherweise eine gefährliche Algenblüte auslösen. Wenn die Algen dann absterben, verbrauchen sie den im Wasser gebundenen Sauerstoff. In einigen Gebieten wie in Teilen der Ostsee und des Golfs von Mexiko ist der Sauerstoffgehalt des Wassers so gering, dass ein Leben im Wasser nicht mehr möglich ist. Fische und andere Meeresbewohner sterben. In diesem Fall spricht man dann von sogenannten creeping dead zones (CDZ) – schleichende Todeszonen.

Doch nicht nur das Müllproblem bedroht unsere Ozeane. Auch Überfischung, Versauerung und die Erderwärmung machen den Meeren zu schaffen. Mittlerweile soll sich die Population großer Ozeanfische seit Beginn der industriellen Fischerei um fast 90 % reduziert haben. Viele Fische sind vom Aussterben bedroht. Mehr zum Thema Überfischung liest du auch in diesem Beitrag: Omega-3 aus Algen – die bessere Wahl für die Meere.

Plastikproblem: Was kannst du tun?

Die EU hat mittlerweile ein Verbot von Einwegplastikartikeln, für die Alternativen aus anderen Materialien erhältlich sind, eingeführt. Dazu zählen unter anderem Wattestäbchen, Besteck, Teller, Trinkhalme und Luftballonstäbchen. Was kannst du als Einzelperson tun, um dem Plastikproblem entgegenzuwirken?

  • Naturprodukte statt Kunstfasern
    Beim Waschen von Kunstfasern wie Polyester werden kleinste Faserteile aus der Kleidung herausgelöst und mit dem Abwasser ins Meer gespült. Daher solltest du beim Kauf von Kleidung auf Baumwolle achten.

  • Unnötiges Plastik reduzieren
    In erster Linie kannst du versuchen, wo immer es möglich ist auf Plastik zu verzichten: Beispielsweise unverpacktes Gemüse vom Markt oder Leitungswasser statt Wasser in Plastikflaschen.

  • Bei Kosmetik auf Inhaltsstoffe achten
    Viele Pflegeprodukte und Kosmetika enthalten feste, flüssige und wachsartige Kunststoffe, die als Schleif-, Binde- und Füllmittel dienen. Diese sollten aus dem Alltag verbannt werden, da es mittlerweile viele Alternativen gibt.

  • To-Go-Produkte reduzieren
    Es wird so viel Plastik für Produkte hergestellt, obwohl diese innerhalb weniger Minuten wieder im Müll landen. Daher solltest du – soweit möglich – auf Fast Food und To-Go-Getränke verzichten. Anstelle des To-Go-Bechers kannst du auch einen Thermobecher nutzen.

  • Müll richtig trennen
    Wer den Müll richtig trennt, der führt dazu, dass möglichst viele Materialien recycelt werden können. Dafür müssen Verpackungen nach Materialart getrennt entsorgt werden.

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Gemeinsam können wir alle dazu beitragen, Plastik zu reduzieren und die Meere sowie die Tiere darin zu schützen. Mit Hilfe von Plastic Free Planet gGmbH und @honu.by.plasticfreeplanet holen wir jeden Monat 2,5 Tonnen Plastik aus dem Meer! Mehr zum Thema liest du hier

Quellen:

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