Glutamin Leaky Gut Hilfe

Leaky Gut: Hilfe durch L-Glutamin

Der Darm stellt das größte Immunsystem im menschlichen Körper dar. Klar, dass bei Störungen der gesamte Körper leidet. Das Leaky-Gut-Syndrom nimmt weltweit immer mehr zu. In unserem neuen Blogbeitrag stellen wir dir die Ursachen eines Leaky Gut vor und zeigen, wie die Aminosäure L-Glutamin bei einer undichten Darmschleimhaut helfen kann.

Was ist das Leaky-Gut-Syndrom?

Das Leaky-Gut-Syndrom bezeichnet einen „undichten Darm“.  Es wird unter anderem durch schädliche Stoffe, Unverträglichkeiten und eine zucker- und fettreiche Ernährung ausgelöst. Diese Faktoren schädigen die Darmschleimhaut und führen dazu, dass schädliche Substanzen leichter in den Körper gelangen. Die Symptome äußern sich dann in Blähungen, Darmbeschwerden, Müdigkeit, Kopfschmerzen und einem geschwächten Immunsystem.

Wird das Leaky-Gut-Syndrom nicht behandelt, so treten schwerwiegende Erkrankungen auf. Beispielsweise werden chronische Darmerkrankungen, Allergien und Autoimmunerkrankungen mit dem Leaky-Gut-Syndrom in Verbindung gebracht.

Störungen der Darmschleimhautbarriere

Die Schleimhäute des Verdauungstraktes stellen eine innere Schutzbarriere des Körpers dar, um diesen vor schädlichen Umwelteinflüssen wie Bakterien, Viren, Toxinen und Antibiotika zu schützen. Außerdem produziert die Darmschleimhaut abwehrende Substanzen wie Schleime, Antikörper wie sekretorisches Immunglobulin A (sIgA) und antimikrobielle Stoffe. Der Antikörper sIgA bindet schädliche Substanzen und entlastet somit die Darmschleimhaut.

Die Zwischenräume der Schleimhautzellen sind zudem durch sogenannte Tight Junctions miteinander verbunden. Tight Junctions sind Proteine, welche die Zwischenräume versiegeln und somit verhindern, dass Schadstoffe ungehindert in den Blutkreislauf gelangen.

Beim Leaky-Gut-Syndrom kommt es zu Störungen dieser Schutzbarriere. Die Tight Junctions funktionieren nicht mehr richtig, sodass zwischen den einzelnen Darmschleimhautzellen Lücken entstehen. Des Weiteren wird die Produktion von abwehrenden Substanzen wie sIgA reduziert. Die Folge ist, dass schädliche Substanzen die Darmwand passieren und den Körper nachweislich schädigen können. Die Darmschleimhaut wird dünner und die Darmflora ist gestört.

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Ursachen eines Leaky Gut

Folgende Ursachen können die Darmflora verändern und somit die Durchlässigkeit des Darms erhöhen:

  • Ungesunde Ernährung mit viel Zucker, gesättigten Fettsäuren und wenigen Ballaststoffen
  • Körperlicher und seelischer Stress
  • Medikamente (insbesondere Antibiotika, Schmerzmittel und Cortison)
  • Infektionen durch Pilze, Viren und Bakterien
  • Rauchen und Alkohol
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Gluten

Folgen eines Leaky Gut

Beim Leaky Gut gelangen Schadstoffe ins Blut, die eigentlich vom Körper ausgeschieden werden sollen. Fremdstoffe lösen im Blut Abwehrreaktionen aus. Im Darm kann es zu Entzündungen kommen. Auch Unverträglichkeiten und Allergien können auftreten. Ähneln die schädlichen Substanzen körpereigenen Eiweißen, so können sich Autoimmunerkrankungen entwickeln.

Folgen können unter anderem sein:

  • Bauchbeschwerden (Magenschmerzen, Durchfall, Blähungen, Verstopfung, Völlegefühl, Magenschleimhautentzündung)
  • Fehlregulationen des Immunsystems
  • Reizdarm
  • Entstehung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
  • Autoimmunerkrankungen
  • verschlechterte Nährstoffaufnahme und dadurch Entwicklung von Mangelerscheinungen

Diagnose

Die Durchlässigkeit kann durch den Lactulose-Mannitol-Test im Urin geprüft werden. Zonulin, welches die Darmdurchlässigkeit reguliert, kann im Blut gemessen werden. Die Stuhldiagnostik von u. a. Histamin, IgA, Calprotectin sowie Alpha-1-Antitrypsin ist mittlerweile überholt.

Außerdem sollten weitere Faktoren vorher abgeklärt werden: beispielsweise Allergien, Enzymdefekte, Schleimhautentzündungen, Störungen der Verdauungsorganen, Immundefekte und Intoleranzen wie Lactose.

L-Glutamin führt zur Regeneration der Darmschleimhaut

L-Glutamin ist eine Aminosäure, die sich bei regelmäßiger Einnahme positiv auf den Darm auswirkt. Die Aminosäure liefert Energie für die Neubildung von Darmzellen. Somit führt Glutamin dazu, dass sich die Darmschleimhaut bei Schäden schneller regeneriert. Außerdem verhindert die Aminosäure den Abbau der Tight Junctions, sodass die Schutzbarriere aufrecht erhalten wird. Bei einem Glutamin-Mangel werden somit weniger Tight Junctions gebildet und die Durchlässigkeit des Darms nimmt zu. Außerdem unterstützt Glutamin die Funktion des Immunsystems.

Glutamin kann somit die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut reduzieren, die Darmbarriere aufrechterhalten und Entzündungen im Darm lindern.

In Situationen wie Stress, Krankheit oder extremen körperlichen Leistungen ist die körpereigene Synthese von Glutamin nicht gewährleistet und Glutamin muss insbesondere dann supplementiert werden. Dies zeigt auch eine 2004 durchgeführte Studie an 20 Studienteilnehmern: 10 Probanden erhielten nach einer Bauchoperation eine Woche lang täglich Glutamin-Supplemente. Die andere Gruppe erhielt ein Placebo. In der Placebogruppe nahmen die Glutamin-Werte im Blut deutlich ab, der Leaky Gut-Test fiel positiv aus. Die Gruppe, welche die Glutamin-Supplemente erhielt, erholte sich schneller und es traten weniger Darmbeschwerden auf.

Für Personen, die an einem Leaky Gut leiden oder generell Probleme mit einem empfindlichen Darm haben, empfiehlt sich daher eine regelmäßige Einnahme von L-Glutamin.

Außerdem wichtig: Eine ausreichende Versorgung mit Zink, Omega 3 Fettsäuren sowie Antioxidantien wie Vitamin C, E und A sowie Selen, da es bei einem Leaky-Gut-Syndrom zur vermehrten Bildung von freien Radikalen kommt.

Hilfe bei Leaky Gut

  • Ernährungsumstellung – ballaststoffreich, wenig gesättigte Fettsäuren und Zucker
  • bei Unverträglichkeiten: Meiden dieser Lebensmittel
  • Supplementation mit L-Glutamin
  • Beheben von Nährstoffdefiziten
  • Meiden von Alkohol, Nikotin und unnötigen Medikamenten
  • Regelmäßige Bewegung
  • viel kohlensäurefreies Wasser trinken
  • Stress meiden z. B. durch Entspannungsübungen

Beachte: Falls Antibiotika nötig sind, dann eine gleichzeitige Einnahme von Probiotika oder Glutamin.

Dein Nutri-Plus Team

 

Quellen:

  • Griffiths et al. Six-month outcome of critically ill patients given glutamine-supplemented parenteral nutrition. Nutrition (1997) 13: 295-302.
  • Hammarqvist et al. Addition of glutamine to total parenteral nutrition after elective abdominal surgery spares free glutamine in muscle, counteracts the fall in muscle protein synthesis and improves nitrogen balance. Ann Surg (1989) 209(4). 
  • Hollander, Daniel. “Intestinal permeability, leaky gut, and intestinal disorders.” Current gastroenterology reports 1.5 (1999): 410-416.
  • Clayburgh, Daniel R., Le Shen, and Jerrold R. Turner. A porous defense: the leaky epithelial barrier in intestinal disease. Laboratory investigation3 (2004).

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