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Die vegane Ernährung in den Medien

 

Kaum eine andere Ernährungsform erweckt so viel Aufsehen und Kritik in den Medien wie die vegane Ernährung. Ob im Fernsehen, in Zeitschriften oder im Internet – tagtäglich berichten unterschiedliche Medien über dieses eine Thema. Schlagzeilen wie „Eine vegane Ernährung ist ungesund“ oder „Veganer können Ihren Eiweißbedarf nicht decken“ sind daher wahrscheinlich jedem von uns bekannt.

Doch wie kommen Journalisten auf solche Schlagzeilen? Denn durchgeführte Studien zeigen eindeutig andere Ergebnisse.

 

Die vegane Ernährung

Der Trend zu einer veganen Ernährungsweise und damit zu einem umweltbewussten sowie tierleidfreien Lebensstil ist immer mehr im Kommen.

Derzeit verzichten in Deutschland über 1 Millionen Menschen auf tierische Produkte, das sind etwa 1,3 % der Bevölkerung. Im Vergleich dazu lebten im Jahr 2008 nur weniger als 80.000 Menschen den veganen Lebensstil.

In den letzten Jahren ist deshalb auch die Anzahl veganer Restaurants, Bio-Supermärkte oder veganer Fleischalternativen in den deutschen Supermärkten stark angestiegen. Auch bei Kochbüchern zeigt sich dieser Trend: Während 2010 nur drei vegane Kochbücher veröffentlicht wurden; waren es im Jahr 2015 bereits 119 und 2016 211 Neuveröffentlichungen.

vegane Ernährung

In Deutschland sind vegan lebende Menschen meist zwischen 20 und 39 Jahren alt, sind sportlich aktiv und überwiegend weiblich. Sie setzen sich mit den Themen Nachhaltigkeit, Tier- und Umweltschutz sowie ihrer Gesundheit auseinander. Etwa 60 % aller Veganer geben den Tierschutz als wichtigstes Motiv für eine vegane Ernährung an.

Durch den Verzicht auf tierische Lebensmittel ist aus diversen Studien bekannt, dass Veganer häufig an weniger Erkrankungen wie Krebs, kardiovaskuläre Erkrankungen und Diabetes leiden.

Doch warum erfährt die vegane Ernährung so viel Kritik?

Menschen sind Gewohnheitstiere. Alles was nur eine kleine Änderung hervorruft, wird nicht gerne umgesetzt. Da Fleisch, Milch sowie Eier schon immer auf dem Speiseplan standen und für viele einfach zum täglichen Essen dazugehören, können sich viele Menschen ein Leben ohne tierische Produkte nicht vorstellen. Und das obwohl viele Studien Vorteile einer fleischfreien Ernährung aufzeigen. Auch die Medien sorgen dafür, dass die Verbraucher falsch informiert werden: Wir kennen alle die typischen Milchverpackungen auf der eine grüne Wiese ist und eine scheinbar glückliche Kuh steht. Viele Verbraucher wissen allerdings nicht, dass diese Kuh noch nie eine Wiese gesehen hat; geschweige denn grünes, saftiges Gras gegessen hat.

Mit der veganen Ernährung ist es nicht anders: Auch hier berichten viele Medien Unwahrheiten. Die Journalisten basteln sich dabei ihre eigenen Schlagzeilen und untermauern diese durch wissenschaftliche Studien. Dies führt dazu, dass viele Verbraucher falsch informiert werden.

Beispiel:

Ein Artikel vom 10. August dieses Jahres in der Zeitschrift Merkur lautet „Studie: Veganer leiden öfter an Depressionen als Fleischesser“. In diesem Artikel wird beschrieben, dass Veganer durch einen Vitaminmangel und einer erhöhten Zufuhr an Omega-6-Fettsäuren vermehrt an Depressionen leiden.

Schaut man sich die dazugehörige Studie an, so wird schnell klar, dass die Überschrift wahllos festgelegt wurde. In der Studie wurde nicht einmal (!) das Wort vegan verwendet. Lediglich in den Quellenangaben ist das Wort zu finden. In der Überschrift der Studie ist außerdem nur von vegetarian die Rede.

In der aktuellsten Studie zu diesem Thema wurden fast 10.000 Männer untersucht, davon ernährten sich allerdings nur insgesamt 39 vegan und 311 vegetarisch. Beide Gruppen wurden unter Vegetariern zusammengefasst. Von vegan ist das also auch weit entfernt.
Andere Faktoren, die ebenfalls eine Depression bewirken können wie genetische Einflüsse oder der Lebensstil bleiben außer Acht.

Anhand dieses Beispiels zeigt sich, dass nur wenigen Beiträgen über eine veganen Ernährung Beachtung geschenkt werden kann. Journalisten brauchen kritische Überschriften, um die Aufmerksamkeit der Leser zu bekommen. Dies führt allerdings dazu, dass vor allem unsichere Menschen durch solche Meldungen beunruhigt werden.

Deshalb ist es immer von Vorteil sich die Studie (wenn angegeben) anzuschauen, um sich selbst ein eigenes Bild zu machen und für sich selbst zu entscheiden, ob der Artikel glaubwürdig ist oder nicht.

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Fazit

Die vegane Ernährung erfreut sich immer größer werdender Beliebtheit. Dies ist bei der derzeitigen Umweltproblematik und der immer weiter steigenden Weltbevölkerung von Vorteil; denn früher oder später müssen die Menschen ihren Fleischkonsum einschränken.

Allerdings werden vegane Themen oft in ein schlechtes Licht gerückt. Denn viele Medien nutzen kritische und aufmerksamkeitserregende Schlagzeilen, um ihre Artikel für die Verbraucher interessant zu machen. Deshalb sollte sich jeder Verbraucher die Quellenangaben und Studien der Autoren genau anschauen, um so Fehlinformationen zu vermeiden.

 

Quellen:

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