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Bier: Genussmittel oder Sportgetränk?

Bier vor oder während des Sports ist tabu. Da sind sich die Experten einig. Aber was ist nach dem Training? Immerhin verkauft uns die Werbung den Gerstensaft als ideales Sportgetränk. Doch entspricht das auch der Realität? Was für Voraussetzungen ein idealer Durstlöscher für Sportler erfüllen muss, erfahrt in unserem Blogbeitrag.

Sport: Besser ohne Alkohol

Sei es im Biergarten, beim Grillen, im Park oder am See: Bier und Sommer gehören einfach zusammen. Auch viele Sportler greifen bei warmen Temperaturen gerne auf die alkoholfreie Variante zurück, um ihre Reserven wieder aufzufüllen. Der Zusatz „alkoholfrei“ ist dabei entscheidet, denn ohne ihn ist Bier eher Genussmittel als Sportgetränk.

Alkoholhaltiges Bier ist ungeeignet für Sportler. Generell sollte man Alkohol nur in Maßen genießen und in Wettkampf- und Trainingsphasen lieber komplett darauf verzichten. Werden direkt nach dem Training alkoholische Getränke konsumiert, kann dies den Trainingserfolg sogar zunichtemachen. Alkohol hemmt nämlich unter anderem den Fettabbau sowie Muskelaufbau und beeinflusst die Regeneration nach dem Training negativ.

Doch wie sieht es mit der alkoholfreien Variante aus?

Alkoholfreies Bier im Nährstoff-Check

Ein Gramm Alkohol liefert 7 Kalorien pro Gramm. Alkoholfreies Bier besitzt deutlich weniger Kalorien als normales Bier. Je nach Sorte enthält ein großes alkoholfreies Bier (0,4 l) ungefähr 100-120 kcal und 6-7 g Kohlenhydrate. Zudem besitzt es wertvolle Inhaltsstoffe wie die Mineralstoffe Natrium, Kalium und Magnesium oder Vitamine wie Folsäure, Vitamin B6 und B12. Auch sekundäre Pflanzenstoffe (z. B. Polyphenole) sind enthalten. Dass diese Bier-Polyphenole eine positive Wirkung auf die Gesundheit bei Sportlern haben, belegten Wissenschaftler der Uni München in einer Studie.

Ganz ohne Alkohol kommt übrigens auch alkoholfreies Bier nicht aus: Bis zu 0,5 Volumenprozent Alkohol können darin noch enthalten sein. Jedoch reicht diese Menge nicht aus, um einen Rausch zu erzeugen. Auch Fruchtsäfte enthalten oft etwas Alkohol, der durch die Vergärung entsteht.

Die besten Durstlöscher für Sportler 

Alkoholfreies Bier (z. B. Weizenbier) und Saftschorlen (z. B. Apfelsaftschorle im Mischungsverhältnis 1:2) können vom Körper rasch aufgenommen werden und eignen sich gut, um den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust nach dem Sport auszugleichen. Solche isotonen oder leicht hypotonen Getränke sind ideal für Sportler. Die Begriffe isoton und hypoton geben das Verhältnis zweier Flüssigkeiten (hier: Blut und Getränk) hinsichtlich ihrer Konzentration an osmotisch wirksamen Teilchen an. Hypertone Getränke wie Cola, Malzbier oder Säfte besitzen mehr osmotisch wirksame Teilchen als unser Blut. Daher muss dem Körper zunächst Wasser entzogen werden, um ein osmotisches Gleichgewicht herzustellen. Die Aufnahme hypertoner Flüssigkeiten dauert deswegen etwas länger. Als Sportgetränk sind sie also nicht geeignet.

Für Freizeitsportler, die nicht mehr als eine Stunde Sport täglich machen, reicht Mineralwasser völlig aus. Auch wer mit Sport abnehmen möchte, sollte auf die flüssigen Extra-Kalorien lieber verzichten. Wird bei sehr heißen Temperaturen oder über einen längeren Zeitraum trainiert, sollte man neben dem Flüssigkeits- auch den Kohlenhydrat- und Mineralstoffverlust (vor allem Natrium) ausgleichen. Der ideale Durstlöscher für Sportler sollte daher 4-8 % Kohlenhydrate und 400-1100 mg/l Natrium enthalten. Wie viel man schwitzt und wie sich unser Schweiß zusammensetzt, ist individuell sehr unterschiedlich. Um den Flüssigkeitsverlust durch das Training zu bestimmen, kann man sich vor und nach dem Sport wiegen. Mehr als 2 % Dehydratation sollte unbedingt vermieden werden. Bei Ausdauersportarten empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V. 0,4-0,8 Liter pro Stunde. Letztlich sollte man sich aber immer auf sein Durstgefühl verlassen.

Euer Nutri-Plus Team

Quellen:

http://www.bemagic-studie.de/studienergebnisse

https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/atsymp/at2017/at17-Pressemappe.pdf

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