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Aktuelle Studie belegt: Vegane Ernährungsweise ist der effektivste Umweltschutz

Nur etwa 18 % der Kalorien nehmen Menschen aus tierischen Produkten auf. Für deren Herstellung werden jedoch 83 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche beansprucht. Zu diesen Zahlen kam eine aktuelle Studie, die von der Universität in Oxford durchgeführt wurde. Welche weiteren Ergebnisse die bisher umfassendste Untersuchung zu dieser Thematik in Bezug auf den Umweltschutz zutage brachte, liest du in unserem aktuellen Blogbeitrag.

Ergebnisse der Studie zum Umweltschutz

Joseph Poore und Thomas Nemecek gingen der Frage nach, wie wir die negativen Auswirkungen unserer Ernährungsweise auf die Umwelt reduzieren können. Hierzu untersuchten die Experten eine riesige Menge von Daten: 38.700 landwirtschaftliche Betriebe in 119 Ländern. Dabei bewerteten sie die Umweltauswirkung von 40 Lebensmitteln (die 90 % unseres Essens ausmachen) anhand verschiedener Kriterien (z. B. Wasserverbrauch oder Luftverschmutzung). Das Ergebnis der Studie: Der Verzicht auf tierische Produkte stellt den effektivsten Beitrag für den Umweltschutz dar und bringt mehr als auf Auto oder Flugreisen zu verzichten.

Besonders deutlich wird das an folgenden Zahlen: Würden wir aufhören, Fleisch und Milch zu essen, könnte die landwirtschaftliche Nutzfläche um 75 % reduziert werden und 60 % der landwirtschaftlichen Treibhausgase vermieden werden. Eine Fläche so groß wie die USA, China, die EU und Australien würde frei werden. Außerdem könnten sich zum einen die Regenwälder erholen und zum anderen die Zahl bedrohter Tierarten verringern. Dies hätte einen enormen positiven Einfluss auf den Umweltschutz. Bisher bleibt für wilde Tiere nur wenig Platz, denn Menschen und Nutztiere machen 96 % der Säugetiere auf der Erde aus.

Zudem zeigen die Ergebnisse, dass die ökologischen Auswirkungen eines Produktes auch stark von dessen Produktion, Lagerung, Transport, etc. abhängen. Insofern verursacht die umweltfreundlichste hergestellte Kuhmilch 50 x weniger Treibausgase als die schlechteste Produktionsweise. Finanzielle Anreize könnten einen nachhaltigen Konsum fördern und Landwirte zu einer umweltfreundlichen Produktion bewegen. Jedoch zeigte die Studie auch, dass selbst die umweltfreundlichste Produktionsweise tierischer Produkte einer umweltschädlich produzierten pflanzlichen Alternative deutlich unterlegen ist.

Unsere derzeitige Ernährungsweise richtet die Welt zugrunde

Derzeit leben rund 7, 5 Milliarden Menschen auf der Erde. Ernähren können wir diese mit unseren heutigen Ernährungsgewohnheiten und landwirtschaftlichen Anbaumethoden nur zu Lasten unserer Böden, Wälder und Meere. Klimawandel, Versäuerung der Böden, Artensterben und Wasserverschmutzung sprechen für sich. Die Prognosen bieten wenig Anlass zur Hoffnung: Bis 2050 soll die Weltbevölkerung auf 10 Milliarden Menschen wachsen und die Fleischproduktion um 85 % steigen. Der Schutz der Meere, die nachhaltige Nutzung der Böden sowie die Bekämpfung von Armut und Hunger sind unter diesen Umständen nur zu erreichen, wenn wir unsere Lebensweise nicht drastisch ändern. Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen, dass unsere Ernährungsweise mehr als eine persönliche Angelegenheit ist. Zu groß sind die negativen Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt. Es ist höchste Zeit, dass ein Umdenken in der Politik sowie bei Verbrauchern und Produzenten stattfindet.

Pflanzliche Lebensmittel sind nicht nur besser für die Umwelt

Die einfachste und effektivste Form, um einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, ist tierische Produkte vom Speiseplan zu streichen oder zumindest zu reduzieren. Neben der Umwelt würde so auch unsere Gesundheit profitieren. Das Angebot an pflanzlichen Lebensmitteln war noch nie so vielfältig wie heute. Für fast alle tierischen Produkte gibt es pflanzliche Alternativen. Auf Gewohnheiten und Lieblingsrezepte müsste man nicht verzichten. Dennoch ist der Verzehr an Fleisch nahezu unverändert hoch. Seit 2011 ist er lediglich um sechs Prozent gesunken. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Produktion tierischer Lebensmittel durch die Massentierhaltung immer billiger wird. Eine pflanzliche Ernährungsweise wäre nicht nur besser für unsere Umwelt und Gesundheit, sondern würde auch den Tieren unsägliches Leid ersparen.

Wie kann ich die negativen Auswirkungen meiner Ernährung auf die Umwelt verringern?

1.) Reduziere deinen Fleischkonsum

Du brauchst nicht gleich zum Vegetarier werden, aber es muss definitiv auch nicht täglich Fleisch oder Wurst auf deinem Teller landen. Starte mit zwei bis drei fleischfreien Tagen die Woche und steigere dich dann. Die Umwelt und deine Gesundheit werden es dir danken.

2.) Ersetze Milch und Joghurt durch pflanzliche Alternativen

Das Angebot an Pflanzenmilch und Joghurts ist mittlerweile so groß, dass wirklich für Jeden etwas dabei ist. Falls es dir dennoch schwerfällt, dich an den neuen Geschmack zu gewöhnen: Mische Milch und Pflanzenmilch zunächst und reduziere den Milchanteil dann immer mehr.

3.) Meide Eier

Das Spiegelei oder gekochte Frühstücksei lässt sich vielleicht schwer ersetzen, aber Eier in verarbeiteten Lebensmitteln sind oft unnötig. Pasta, Kuchen oder Desserts schmecken ohne Eier genauso gut. Einfach ausprobieren und die Eier durch Sojamehl, Apfelmus, Bananen oder veganen Ei-Ersatz austauschen.

4.) Kaufe regional

Transport, Lagerung und Verpackung können den ökologischen Fußabdruck eines Lebensmittels enorm verändern. Das gilt sowohl für pflanzliche als auch für tierische Produkte. Daher sollte man für den Umweltschutz regionale und saisonale Lebensmittel kaufen – im Idealfall direkt beim Erzeuger.

5.) Verzichte auf Plastikverpackungen

Noch ein weiterer Faktor unserer Lebensweise ist problematisch für die Umwelt: Plastik. Eine Flasche oder eine Windel aus Kunststoff benötigen 450 Jahre, bis sie sich zersetzt haben. Die Meere sind mittlerweile voll mit unserem Plastikmüll. Benutzt daher Taschen aus Baumwolle oder Jute zum Transport euer Lebensmittel. Auch Gemüsenetze bekommt man inzwischen fast überall.

Dein Nutri-Plus Team

 

Quellen

J. Poore, T. Nemecek. Reducing food’s environmental impacts through producers and consumers. Science 2018; 360(6392):987-992

Heinrich-Böll-Stiftung, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und Le Monde Diplomatique. Fleischatlas – Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel. 2. Auflage, April 2018

www.theguardian.com/environment/2018/may/31/avoiding-meat-and-dairy-is-single-biggest-way-to-reduce-your-impact-on-earth

www.weltagrarbericht.de/aktuelles/nachrichten/news/de/33244.html

www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/verrottet-plastik-gar-nicht-nur-sehr-langsam

Photo by Simon Matzinger on Unsplash

 

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